Kölner Ärzte e.V.
Kölner Ärzte e.V.

Kölner Ärzte protestieren auf der Schildergasse

13. Mai 2006

  

Viel Zuspruch erhielten die Ärztinnen und Ärzte am Samstag, dem 13.5.06 auf der Schildergasse. Schon früh hatten sie ihren weissen Pavillon mitten auf dem Platz vor dem Brunnen aufgebaut und Stapel von bunten Flugblättern für die anbrandenden Bürger bereitgestellt, die sich in den hektischen Einkaufs-Rummel stürzten. Einmal auf die Ärzte aufmerksam geworden entspannten sich viele engagierte Diskussionen. Viele unterstützten die Forderung der Ärzte, die wohnortnahe Versorgung mit Haus- und Fachärzten zu erhalten. Einige überlegten sich sogar, ob sie nicht auch ihre Ärzte am dritten nationalen Protesttag (Freitag, dem 19.5.06) unterstützen, und mit Ihnen um 11.00 Uhr vom Deutzer Bahnhof zum Dom/Roncalli-Platz (13.00 Uhr) demonstrieren sollten. 

Kölner Ärzte! 

Tatsache ist: Die strikte Trennung von ambulanter und klinischer Versorgung wird aufgebrochen werden, die Einzelpraxis wird an Bedeutung verlieren. Wir werden uns tatsächlich an ganz neue Kooperationsformen gewöhnen müssen. 

Tatsache ist: es geht für uns immer noch darum, daß uns in den letzten 
Quartalen deutlich zu wenig Honorar ausgezahlt wurde, teils 30% unter 
den avisierten und versprochenen 5,11 Cent/Punkt. 
Tatsache ist, daß wir weiterhin in einem wahnsinnigen Bürokratiesumpf sitzen, der uns die kostbare Zeit und Geld weg frisst. 
Tatsache ist, daß sich einige unserer Kolleginnen und Kollegen am Rande ihrer wirtschaftlichen Existenz bewegen, weil wir alle seit Jahren das derzeitige ambulante Gesundheitssystem mit inzwischen ca. 30% unbezahlter Leistung subventionieren. 
Tatsache ist, daß wir für unser ärztliches Handeln ständig bedroht und bestraft werden, wenn wir die unrealistisch niedrigen Budgetgrenzen bei Verordnungen überschreiten, weil wir verantwortungsbewusste Evidence based medicine betreiben. 
Tatsache ist, daß uns das gesamte Morbiditätsrisiko der deutschen Bevölkerung auf die Schultern gelegt wird, und bei jeder Neuberechnung unserer Honorare und Budgets schlichtweg und absichtlich ignoriert wird. 
Tatsache ist: hervorragende Deutsche Ärzte verlassen in immer grösser werdenden Zahl Deutschland, um in Skandinavien, England oder Neuseeland ihre Aufgaben neu zu entdecken. 
Tatsache ist, dass das Arzneimittelspargesetz eine weitere Daumenschraube für Ätzte und Pharmafirmen darstellt, um Innovation und Weiterentwicklung dem kurzfristigen alles umfassenden Sparziel zu opfern. 

UNSERE PRAXEN UND DAMIT DIE WOHNORTNAHE VERSORGUNG DER BEVÖLKERUNG MIT HAUSÄRZTEN, FACHÄRZTEN UND PSYCHOTHERAPEUTEN IST BEDROHT!!! 
DER STAAT WILL OFFENSICHTLICH DIE ANZAHL DER LEISTUNGSERBRINGER 
REDUZIEREN UND MIT DIESER SPARMASSNAHME DIE VERSORGUNG DER BEVÖLKERUNG VERSCHLECHTERN!!!
 



Kölner-Ärzte im Protest! 

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© Walter Klüwer